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Belegschaft initiiert Spende für Ukraine-Hilfe

Die Beglegschaft der C&S group vor dem Firmengebäude an der Schweigerstraße. In der Mitte David Bollati (schwarzes Sakko), Vierter von rechts Frank Fischer. Foto: C&S group

Wolfenbütteler C&S group kam gut durch die Corona-Krise und trotzt auch dem Chip-Mangel.

Wolfenbüttel. Die Wolfenbütteler Firma C&S group beteiligt sich mit 4000 Euro an der Sammelaktion für Kriegsflüchtlinge. Empfänger ist die von Stadt und Landkreis initiierte Ukrainehilfe. „Der Anstoß dazu kam von unseren Mitarbeitern“, sagen die beiden Geschäftsführer Frank Fischer und David Bollati. Keine zehn Minuten habe es gedauert, um Konsens herzustellen unter den 34 Kollegen und Kolleginnen. „Die Spende kommt also vom ganzen C&S Team“, sagt Fischer.

Der Kriegsausbruch habe in dem elektronischen Testhaus für große Betroffenheit gesorgt und viele Gespräche ausgelöst. „Mit unserer Spende und dem Bericht darüber hoffen wir, weitere Firmen aus der Region für diesen Weg begeistern zu können.“

Schon in der vorigen Flüchtlingswelle, die durch den Krieg im Nahen Osten ausgelöst wurde, sprang die C&S group helfend ein. „Auch dort standen wir in Kontakt zu Stadt und Landkreis.“ Seit damals und bis jetzt fanden vier syrische Elektro-Ingenieure den Weg an die Schweigerstraße. „Alle vier sind noch heute bei uns beschäftigt“, sagt David Bollati.

Der Zusammenhalt der gesamten Belegschaft wurde natürlich durch Corona auf eine harte Probe gestellt. „Wir sind sehr stolz auf unsere Mitarbeiter, wie wir gemeinsam diese nicht ganz einfache Umstellung auf mobile Arbeit gemeistert haben.“ Um das anwesende Personal zu entzerren, wurde auch eine Art Schichtdienst umgesetzt, denn gerade bei Arbeiten im Labor komme Homeoffice natürlich nicht in Frage. „Viele Mitarbeitende wollen auch weiterhin von der mobilen Arbeit Gebrauch machen, freuen sich aber doch sehr auf den persönlichen und direkten Kontakt untereinander und auch mit unseren Kunden“, haben die Geschäftsführer festgestellt.

Trotz der Pandemie konnten sie den Umsatz von 3,2 Millionen Euro im Jahr 2019 (vor Pandemie) auf 3,4 Millionen im Jahr 2020 und 3,5 Millionen im Jahr 2021 steigern. „Die Bedeutung der Kommunikation im Automobilbereich nimmt weiter zu, um die neuen Anforderungen unter anderem für das autonome Fahren umzusetzen.“ Dafür sind auch neue Kommunikationsmethoden und Protokolle wie CAN-XL, 10BASE-T1S und ASA gefragt, bei deren Entwicklung C&S als aktiver Partner mitarbeitet. Die Kommunikationsprotokolle im Fahrzeug entwickeln sich immer weiter und werden intelligenter.

Die Chip-Lieferkrise hingegen, unter der vor allem die Automobilbranche derzeit leidet, ist für die Wolfenbütteler voraussichtlich kein Thema. „Wir testen diese Chips ja, bevor sie in die Massenproduktion gehen“, erklären die Geschäftsführer. Die Entwicklung neuer Chips und deren Überprüfung in den Labors dürfe und werde nicht stocken. „Wir arbeiten an Systemen, die erst in fünf Jahren marktreif sind.“

Die vergangenen Monate hat C&S für verschiedene Audits genutzt. „Wir haben eine Erweiterung unserer ISO 17025 Akkreditierung auf den Bereich Ethernet Higher Layer durchgeführt, das sind die Software-Schnittstellen, die für die Kommunikation für Ethernet benötigt werden.“ Und auch das neue Gesetz zur Lieferketten-Sorgfaltspflicht löste Aktivitäten aus an der Schweigerstraße. „Wir sind verpflichtet zu prüfen und sicherzustellen, dass wir die Vorgaben dazu erfüllen.“ Es folgte ein Self-Assessment Questionnaire (SAQ) – mit positivem Ausgang: „Wir erfüllen die Anforderungen des SAQ 4.0 zu den Themen Nachhaltigkeit und Soziale Verantwortung als Unternehmen.“

Gerade das Thema Nachhaltigkeit betrachten die Führungskräfte als ausgesprochen wichtig. „Wir haben dazu weiter investiert und erzeugen nun rund 50 Prozent unserer benötigten Energie mit einer Photovoltaik-Anlage selbst.“ Zudem wurden alle Fahrzeuge des Fuhrparks auf E-Autos bzw. Hybrid-Fahrzeuge umgestellt.

Und der nächste Schritt der Expansion zeichnet sich auch schon ab: „Wir sind aktuell dabei, ein Joint Venture mit unserem japanischen Partner NEXTY Electronics in Japan zu gründen, um den dort steigenden Bedarf an Test-Dienstleistungen zu bedienen.“ Durch die Corona Pandemie und die eingeschränkten Kontakte habe sich die Gründung verschoben. „Wir sind aber zuversichtlich, dass es in 2023 klappt.“